Homepage der Vereinigung der VW 411/412 Besitzer

An dieser Stelle möchten wir gerne Restaurationsberichte oder Erlebnisberichte zum VW 411 / VW 412 veröffentlichen.

Der unten stehende Bericht wurde 2002 von Gerrit - Jan Kreeftenberg  , dem Vorsitzenden des 412 Club Holland geschrieben.  

Das hat sich doch wirklich gelohnt oder !?

                                         Ein guter Rat ist nicht teuer !

Bezahlt wird mit einer Tasse Kaffee.

An einem Samstagabend im Februar, wurd ich angerufen von einer jungen Da´me , die mir erzählte daß ihre Großmama eine VW 411 Limo Automatic hat. Der so schlecht geworden war, das sie den Wagen jetzt verkaufen mußte. Die Frage war nur , was bringt so ein Wagen und wie finden wir einen Liebhaber.

Großmama hatte ihn 22 Jahre gefahren und wollte nicht, daß jeder an der kommen würde, um den Wagen zu sehen. Als die junge Dame weiter erzählte, wurde mir klar, daß ich den Wagen schon öfters gesehen habe. Wir versprachen am nächsten Tag, den Wagen uns an zu sehen.

Als wir ( meine Frau und ich ) eintragen stand der 411 schon vor der Tür. Wir tranken eine Tasse Kaffee und der Sohn erzählte uns, daß er schon vor einem Jahr versucht hatte neue Kotflügel zu bekommen, aber es gab keine mehr. Auch der Boden war schlecht, also mußte der Wagen weg.

Dann fing Großmama mit Tränen in den Augen zu erzählen, wie sie an den Wagen geraten war.

Anfang 1969 hatte ihr Nachbar den Wagen neu gekauft. Nach kurzer Zeit wurde er krank und konnte nicht mehr selber fahren. Sie fuhr den Wagen mit ihm noch zwei Jahre, bis er starb. Er hat ihr den Wagen hinterlassen, so bekam sie dieses Fahrzeug. Es tat natürlich weh, das der Wagen jetzt am Ende war. Als ich Sie fragte, was sie jetzt machen wolle, sagte sie, sich einen neuen Wagen kaufen zu müssen. Der kostet bestimmt 18.000 Gulden, sagte ich. Das wußte sie , aber es gab keine andere Lösung, meinte sie. Darauf fragte ich sie, ob sie nicht lieber mit dem 411 weiterfahren wollte. Das wollte sie schon, aber es wäre nicht möglich die Teile zu bekommen. Als ich ihr erklärte, das die nötigen Teile zu bekommen sind, fiel sie fast von ihrem Stuhl. sie war froh, als ich ihr erklärte, daß ich in Deutschland bestimmt noch Teile bekommen würde. Es wäre möglich, den Wagen für ungefähr 10.000 Gulden wieder in Ordnung zu bringen. Sie fiel mir vor Freude fast um den Hals. sie beauftragte mich alle nötigen Teile zu organisieren, damit der Wagen wieder zum Leben erweckt würde. Sie wußte selber jemanden, der alle Schweißarbeiten machen konnte. Innerhalb von drei Tagen waren alle Teile vorhanden und Mitte März wurde angefangen.

Wahrscheinlich wird Großmama am Anfang des Sommers wieder mit dem 411 fahren können.

Letzte Nachricht:

Es ist jetzt Anfang Mai. Vergangenen Samstag war ich mit meinem Motorrad unterwegs, und brauchte dringend einen Kaffee. Weil ich in der Gegend war, wo am 411 gearbeitet wurde, entschloß ich vorbei zu fahren. Es gibt dort immer Kaffee. Er sah wirklich gut aus ( den Wagen meine ich). Die linke Seite schon fast fertig. Noch ungefähr einen Monat wird man weiter arbeiten müssen, dann soll der 411 lackiert werden.

Allerletzte Nachricht:

Es hat ein wenig länger gedauert, aber der 411 fährt wieder. Sieht aus wie neu und die alte Dame fährt wieder stolz durch die Gegend. Fast jeder der sie fragt, woher sie ein so schönes Auto hat, muß sich die ganze Geschichte anhören.

Mittlerweile sind meine Frau und ich zum Kaffee eingeladen um die Wiedergeburt des 411 zu feiern.